Mitteilungen 2022

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Nachfolgend lesen Sie unsere Mitteilungen und können sich auch über einen ganz wichtigen Unterstützer unserer Arbeit informieren: Buch-Aktion e.V. betreut das Mikrokreditprojekt, ein Projekt, bei dem ein Darlehen zum Aufbau eines eigenen kleinen Gewerbes vergeben wird.

Informieren Sie sich über dieses wichtige Mikrokreditprojekt direkt bei Buch-Aktion und lesen Sie deren aktuelle Mitteilungen!


Früherer Beginn der Weihnachtsferien

Chris, 14.11.2022

Die weitere Ausbreitung von Ebola in Uganda hat Folgen. Von unserem Schulleiter Simon Mushiso erhielten wir nun diese Nachricht: "Ich möchte Sie darüber informieren, dass das Bildungsministerium aufgrund des Ebola-Ausbruchs eine Anpassung vorgenommen hat. Der dritte Term dieses Schuljahres endet daher bereits am 25. November statt am 9. Dezember 2022."

In den ugandischen Medien haben wir diese Informationen gefunden:
Aktuell sind circa 140 Personen infiziert, die den Behörden durch strikte Nachverfolgung bekannt sind. 53 Todesfälle wurden bisher bestätigt. Das Virus hat inzwischen die Hauptstadt Kampala erreicht und unter den Infizierten sind auch einige Kinder, die unterschiedliche Schulen besuchen.
Die Regierung fordert die Menschen auf, die bereits bekannten Hygieneregeln zu befolgen und ist zuversichtlich, die Weiterverbreitung in großem Ausmaß zu verhindern, vor allem weil die Erkrankung nicht über die Luft, sondern nur durch Körperkontakt mit den Erregern übertragen wird.

In der Region um Mbale wurden noch keine Fälle gemeldet, sodass es sich hier um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt, der wir natürlich Folge leisten müssen.

Wir verfolgen die Entwicklung und werden hier wieder berichten.


Update Oktober

Chris, 01.11.2022


> Aus dem Schulleben

  • Beginn des 3. Terms
    Am Montag, dem 5. September begann der dritte und letzte Term des laufenden Schuljahres. Leider kehrten einige Schüler:innen aus unterschiedlichen Gründen nach den Ferien nicht an das Kwa Moyo Education Centre zurück. Deren Pat:innen wurden von der Patenbetreuung selbstverständlich über die Hintergründe, für die zum Teil langwierige Nachforschungen nötig waren, und die dann auch zur Beendigung der jeweiligen Patenschaft führten, informiert.
    Wir sind sehr dankbar, dass der größte Teil der betroffenen Pat.innen bereit ist, ab 2023 ein anderes Kind, bzw. die Arbeit von Kwa Moyo weiterhin zu unterstützen und wünschen den Kindern, die größtenteils zu ihren entfernter wohnenden Müttern gezogen sind, an ihrem jeweiligen neuen Aufenthalts- oder Schulort von Herzen alles Gute.

  • Schuluniformen / Schuhe
    Da die Mehrzahl der Kinder aus ihren Schuhen „herausgewachsen“ war, erhielten sie gleich zu Beginn des Terms neue schwarze Schuhe und die dazugehörigen Socken. Wir bedanken uns von ganzem Herzen bei Sternstunden e.V., der die Anschaffung der Schuhe mit einem großen Betrag unterstützt hat und auch den Kauf der Stoffe für die neuen Schuluniformen, sowie deren Produktion durch unsere Näherinnen fördern wird.


  • Soziale Betreuung während der Ferien
    Auch während der Ferien zwischen dem zweiten und dritten Term waren sehr viele Kinder jeweils am Mittwoch und Freitag an der Schule. Sie erhielten nicht nur ein Frühstück und mittags eine warme Mahlzeit, sondern konnten mit den Lehrkräften und Sozialarbeitern über familiäre Probleme und andere Dinge, die sie belasten, sprechen, und/oder sich in einer geschützten und sicheren Umgebung mit ihren Freund:innen zum Spielen treffen. Für unser Team von Sozialarbeitern bedeutete dies viel Arbeit, denn im Nachgang wurden auch noch viele Gespräche mit den  Erziehungsberechtigten einiger Kinder nötig.


    Da die Stelle der stellvertretenden Schulleiterin nach dem Wechsel von Christine Muyama in das Team der Sozialarbeit nun neu zu besetzen war, haben wir in Absprache mit unserem Schulleiter Simon Mushiso unsere bisherige „Senior Teacher“ Mary Jackline Namuwenge befördert. Auch "Jacky", wie wir sie nennen, ging mit uns von Tag eins an durch dick und dünn und blieb Kwa Moyo immer treu. Sie, die seinerzeit als ganz junge Lehrerin direkt von der Uni zu uns kam, wuchs mit uns und ihren Aufgaben. Auch sie kennt, genau wie Christine, alle Kinder und deren Familiengeschichten und die Kinder lieben sie sehr.

  • Prüfungen
    Inzwischen haben die Kinder die Prüfungen zum Beginn und zur Mitte des Terms geschrieben, der am Freitag, dem 9. Dezember 2022 endet. Die Ergebnisse zeigen leichte Verbesserungen bei den „Sorgenkindern“, aber auch Schwankungen in beide Richtungen bei bisher guten Schüler:innen. Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse der Abschlussprüfungen, auf die bereits jetzt hingearbeitet wird, und die den Pat:innen dann selbstverständlich auch wieder mitgeteilt werden.

  • Lehrerfortbildung
    Damit unsere Lehrkräfte immer auf dem neusten Stand der Wissenschaft sind, fand am Samstag, dem 15. Oktober eine CPD-Fortbildung an unserer Schule statt. CPD steht für "Continuous Professionals Development" (kontinuierliche berufliche Entwicklung), die auch der Verbesserung der Lehrfähigkeit dient.



  • Weihnachtspakete
    Eigentlich hatten wir geplant, zu Weihnachten wieder Lebensmittelpakete an die Familien auszugeben, weil davon auch die Geschwisterkinder profitieren würden.

    Da wir aber erfahren haben, dass im letzten Jahr etliche Familien Sachen aus den Paketen oder gar alles verkauft haben, um das Geld anderweitig zu verwenden, leider auch für Alkohol, werden wir dies nicht tun. Wir haben uns im Vorstand beraten und sind  der Meinung, dass das Verhalten vieler Familien keine Belohnung verdient. Und das nicht nur wegen des Verkaufs der Weihnachtspakete, sondern auch, weil viele Familien ihre Kinder furchtbar behandeln und vernachlässigen. Wir finden, es wird Zeit, ein Zeichen zu setzen, aber nicht zum Nachteil der Kinder.


    Wir haben uns daher folgendes überlegt: wir könnten für die Schüler:innen, Lehrer:innen und alle Mitarbeiter:innen am letzten Schultag z. B. ein etwas größeres Essen mit Fleisch und Getränken anbieten. Oder wir mieten einen Bus und fahren mit den Kindern z.B. zu einer Veranstaltung. Es gibt auch Hotels (mit Garten und Spielanlagen), die regelmäßig Veranstaltungen machen – auch für Kinder. Da kämen die Kinder mal aus den Dörfern raus und hätten etwas von dem Geld. Bei der Abstimmung im Vorstand waren alle einstimmig für den Ausflug und wir werden Simon und Peter bitten, sich hier mal zu erkundigen und entsprechende Vorschläge zu machen.


    Herzlichen Dank für jegliche Zuwendung für diesen Zweck!

  •  Neuaufnahme von Kindern
    Im kommenden Jahr werden wir wieder neue Kinder aufnehmen und, wo möglich, auch bestehende Klassen auffüllen, da manche Klassen nur 14 Schüler:innen haben, während es in anderen nahezu 30 Kinder sind. Es gibt in den Gemeinden noch mehr als genug bedürftige Kinder, für die wir dann wieder Pat:innen suchen werden. Wir freuen uns, wenn unsere Pat:innen bereits jetzt die "Werbetrommel" mit uns rühren und sind dankbar für jede Vermittlung und jeden Hinweis. Sehr dankbar sind wir auch dafür, dass bisher keine/r unserer Pat:innen die Patenschaft gekündigt hat, obwohl auch hier die Zeiten alles andere als einfach sind.

> Veränderungen

  • Vorstand Uganda
    Wie bereits Anfang Oktober mitgeteilt, reisten einige Teammitglieder im September nach Uganda, da nach Prossys Weggang einiges neu geregelt werden musste. So musste u. a. die Zeichnungsberechtigung für die ugandischen Bankkonten neu festgelegt werden. Dies war insbesondere auch nötig, weil die Amtszeit des ugandischen Vorstands in der Zwischenzeit abgelaufen und dieser aus seinen Pflichten zu entlassen war. Bereits in seiner Sitzung vom Oktober 2021 hatte der deutsche Vorstand beschlossen, dass er dann auch die Aufgaben des ugandischen Vorstands übernehmen wird, da es sehr schwierig ist, vor Ort Menschen mit entsprechender Qualifikation zu finden, die auch bereit sind, rein ehrenamtlich zu arbeiten.

  • Nurse / Schulschwester
    Neben einigen Meetings hatten wir auch die Möglichkeit, ein Vorstellungsgespräch mit einer der Bewerberinnen um die Stelle als "Schulschwester" zu führen. Ihre Bewerbung las sich sehr gut und sie konnte auch im persönlichen Gespräch überzeugen, da ihre Fähigkeiten genau dem Anforderungsprofil entsprachen. So bringt sie neben mehreren Jahren Berufserfahrung, unter anderem an einer Schule, auch Zusatzausbildungen im Bereich der Geburtshilfe, der Familienplanung und der Sexualkunde für Kinder und Jugendliche mit. Dass sie auch noch bereit war, auf das Schulgelände zu ziehen und bereits im Oktober anzufangen, erschien uns wie ein Sechser im Lotto.


    So kam es, dass unsere Nurse Joan Luhaire bereits seit Anfang Oktober übergangsweise ein Zimmer der Multifunktionshalle bewohnt, bei der Ausstattung der zunächst provisorischen Gesundheitsstation in einem weiteren Raum der Halle mit Rat und Tat zur Seite stand, und inzwischen auch unsere Kinder und Mitarbeiter medizinisch behandelt. Dies trägt dazu bei, die Gesundheitskosten, die in der letzten Zeit geradezu explodiert sind, einzudämmen. Schwere Fälle werden natürlich an das Krankenhaus verwiesen.


    Die inzwischen viel zu kleine Halle, die derzeit noch als "brick factory" dient, werden wir in naher Zukunft zu einer richtigen Krankenstation umbauen.

> Ebola in Uganda

Im September kam es erneut zu einem Ausbruch von Ebola, der seinen Ursprung in Zentral-Uganda hat. Dort, im Bezirk Mubende, starb am 20. September ein junger Mann an den Folgen einer Infektion mit dem Virus – offensichtlich an der seltenen Sudan-Variante des Erregers, gegen die es noch keinen Impfstoff gibt. Seither läuft ein Rennen gegen die Zeit.

Mitte Oktober hatte der ugandische Präsident Yoweri Museveni die Abriegelung Mubendes und des Nachbarbezirks Kassanda angeordnet. Nachdem er zunächst eine Abriegelung ausgeschlossen hatte, erklärte Museveni, dass zur Eindämmung doch "zusätzliche Maßnahmen" erforderlich seien. Die Beschränkungen für Güter- und Personenverkehr in und aus den Bezirken Mubende und Kassanda traten am 16. Oktober in Kraft und sollen zunächst 21 Tage lang gelten.
Für die Hauptstadt Kampala, in der es inzwischen auch einige Fälle gibt, wurden bislang keine vergleichbaren Maßnahmen verhängt. Die ugandische Gesundheitsministerin Aceng sagte am Montag der Nachrichtenagentur AFP: "Die Situation in Kampala ist durch die engmaschige Nachverfolgung der bekannten Fälle immer noch unter Kontrolle und es gibt derzeit keinen Grund, die Bewegungsfreiheit der Menschen einzuschränken."
Wir hoffen, dass es der ugandischen Regierung und den Gesundheitsbehörden gelingt, das unter Kontrolle zu halten, damit sich diese tödliche Erkrankung nicht weiter verbreitet und dass nicht zu viele Menschen ihr Leben verlieren. Wir werden das weiter beobachten und ggf. erneut berichten.


> Fundraising

Nachdem wir einige der bereits länger geplanten Maßnahmen, wie die Einzäung unseres Grundstücks, den Bau eines Kinderhauses / Schlafsaals und weiterer Toiletten vorantreiben müssen, arbeitet unsere Fundraising-Gruppe seit Monaten mit Hochdruck an der Suche nach möglichen Geldgebern und an den sehr umfangreichen Projektanträgen der unterschiedlichen Vereine und Stiftungen, zu denen viele Anlagen wie Pläne, Kostenvoranschläge, Fotos etc. mitzuliefern sind. Wie bereits weiter oben berichtet, war sie bei den Schuluniformen und Schuhen bereits erfolgreich.
Auch für weitere Maßnahmen wie den Stromanschluss unseres Geländes an das öffentliche Stromnetz zusätzlich zum bereits vorhandenen und zu erweiternden Solarstrom ist die Fundraising-Gruppe bereits aktiv. Für den Antrag des auch noch anstehenden Umbaus der „brick factory“ zur sick bay (Krankenstation) steht sie auch bereits in den Startlöchern. Da dies alles mit einem riesigen Zeitaufwand verbunden ist, möchten wir uns hier einmal explizit bei den Mitgliedern dieser Gruppe bedanken. Wer dies im Einzelnen ist, ist auf unserer Webseite in der Rubrik „Über uns“> Team zu finden.


> Mikrokreditprojekt

Jane Nambozo, die zum 01. Juni 2022 ihr Volontariat bei PAUTHO begonnen hatte, schloss dieses zum 30. September erfolgreich ab. Eine Übernahme in ein festes Beschäftigungsverhältnis ist derzeit nicht geplant, da Doreen und Eli die Arbeit noch alleine schaffen. Die Beiden sind sehr viel in den unterschiedlichen Mikrokredit-Projekten unterwegs. Neben dem reinen Darlehensgeschäft geben sie sehr häufig Hilfestellungen und überwachen den Fortschritt der Projekte.
Jane steht bei Bedarf weiterhin zur Verfügung und es ist geplant, sie zu einem späteren Zeitpunkt einzustellen. Die Nachfrage nach den “günstigen“ Mikrokrediten für bedürftige Frauen/Familien ist sehr groß und es gibt schon längere Zeit eine Warteliste. Buch-Aktion e.V. „füttert“ neben den Zuschüssen an Kwa Moyo auch das Mikrokreditbudget mit monatlichen Zahlungen. Aber das reicht noch lange nicht aus, um die ständige Zahl der nachfragenden Frauen zu bedienen. Wir sind deshalb auch sehr dankbar für jede Zuwendung an den Kwa Moyo Familienfonds, aus dem auch Mikrokredite vergeben werden.
Ganz herzlichen Dank an das Team von Buch-Aktion e.V., das dieses Projekt mit seiner unermüdlichen, extrem zeitintensiven Arbeit erst möglich macht.


Besuch in Uganda

Chris, 06.10.2022
Bilder und Videos: Martina

Im September reisten einige Team-Mitglieder nach Uganda, um einige administrative Dinge zu regeln. Unser Mitglied Irmgard nutzte die Zeit, um an drei Tagen Sehtests zu machen und Lese- und Sonnenbrillen zu verteilen. Es kamen sogar mehrere Lehrer:innen von anderen Schulen!

Herzlichen Dank für die unermüdliche Arbeit bis in die späten Abendstunden! Herzlichen Dank auch an unsere liebe Lehrerin Christine, die an allen Tagen übersetzt hat.

An einem Tag ging es morgens mit 22 Kindern und Erwachsenen mit 2 Autos in die Augenklinik nach Tororo, wo Untersuchungen gemacht wurden, die Irmgard an der Schule nicht machen konnte. Am Abend kamen alle mit den nötigen Medikamenten zurück. Ein Junge braucht eine neue Spezialbrille und einer muss operiert werden. Dies war nur dank der Unterstützung von Ärztecamp International e.V. möglich. Herzlichen Dank!

Hier gibt es einen Einblick in einzelne Bereiche in Form von Bildern und auch Videos von den Veranstaltungen der Kinder.

Update August 2022

Chris, 14.08.2022

> Aus dem Schulleben

Der zweite Term 2022 endete am Freitag, dem 12. August, und die Kinder wurden in die Ferien entlassen, bis am 5. September der dritte Term beginnt. Sie haben wieder Briefe an ihre Pat:innen verfasst, die wie immer zusammen mit den Zeugnissen in der nächsten Zeit durch die Patenbetreuung weitergeleitet werden.

Dadurch, dass sich das Büro nun auf dem Schulgelände befindet, wird neben den dort wohnenden Lehrkräften auch so gut wie immer ein offizieller Ansprechpartner vor Ort sein für den Fall, dass es irgendwo Probleme gibt.

> "Imbalu"

Einige ältere Kinder werden in ihrem Brief vielleicht davon berichten, dass ihr älterer Bruder dieses Jahr beschnitten wird/wurde. Dazu muss man wissen, dass die bei den Bagishu (Menschen unserer Projektregion) „Imbalu“ genannte Beschneidungszeremonie nur in den geraden Jahren im August stattfindet und den Übergang vom Kind zum Mann besiegelt.

Dieser mehrtägige Initiationsritus hat für die jungen Männer eine sehr große Bedeutung und bedarf monatelanger Vorbereitungen. Bei den Bagishu wird die Beschneidung noch traditionell mit einem speziellen Messer von einem „Omulde“ genannten Beschneider ohne Anästhesie ausgeführt. Dieser wichtige Schritt im Leben und der Mut der jungen Männer wird anschließend mit einem großen Fest gefeiert.

> Girls´ Talk

In den Monaten Mai und Juni fanden für die Mädchengruppen wieder Treffen statt, die immer wichtiger werden, da viele Mädchen in ihrem Zuhause überhaupt nicht über das reden können, was sie beschäftigt, ihnen Angst macht oder psychische wie physische Schmerzen bereitet.

So hatten die großen Mädchen der Gruppe A bei der zweiten Sitzung im Mai zunächst eine Beratung, bei der sie der leitenden Lehrerin Jackline Namutosi, die eine ganz wichtige Vertrauensperson für sie ist, die Probleme schilderten, die unserer Aufmerksamkeit bedürfen. Darunter waren viele Dinge, die Jackline so sehr erschütterten, dass sie mit den Tränen zu kämpfen hatte. In ihrem Bericht, der auch uns erschütterte, schrieb sie:

  • Einige Mädchen werden von ihren leiblichen Eltern so sehr vernachlässigt, dass sie ihnen nicht das Nötigste wie (zusätzliche) Binden, Unterhosen, Seife und anderes zur Verfügung stellen.
  • Einige von ihnen haben während ihrer Periode starke Blutungen und ihre Eltern kümmern sich nicht darum. Einige Mädchen gaben zu, dass ihre Eltern sie manchmal auffordern, für sich selbst zu sorgen, indem sie sie zum Beispiel zu Jungen / jungen Männern schicken, die ihnen diese Sachen kaufen sollen. Dass die Mädchen damit ihr Leben in Gefahr bringen, scheint diese verantwortungslosen Erziehungsberechtigten nicht im geringsten zu interessieren.
  • Zwei der ältesten Mädchen erzählten unter Tränen, dass die Trennung ihrer Eltern ihnen viel Schmerz bereitet und sie manchmal nicht wie gewohnt in der Klasse mitmachen können.
  • Nur in der Schule haben die Kinder das Gefühl, Frieden zu haben und geliebt zu werden, aber zu Hause sind einige der Eltern so streitsüchtig, dass sie manchmal aus dem Haus gejagt werden, vor allem, wenn ihre Eltern betrunken nach Hause kommen.
    Einige Eltern sind zu streng, was dazu führt, dass die Kinder Angst haben, ihnen ihre Probleme mitzuteilen, was wiederum zu einem Leistungsabfall führt.

  • Einige Mädchen gaben an, dass ihr Intimbereich stark juckt und dass ihre Brüste schmerzen. Das beeinträchtigt ihre Konzentration im Unterricht ganz erheblich.
  • Einige Eltern warten, bis es dunkel wird, und schicken die Mädchen dann in die Geschäfte/Trinkstellen, um Alkohol zu kaufen. Dieses Verhalten setzt die Mädchen der Gefahr aus, ausgeraubt oder gar vergewaltigt zu werden. Wenn sie sich weigern, werden sie von ihren Eltern hart bestraft.
  • Manche haben fast einen Monat lang ihre Periode, was ihnen sehr unangenehm ist, vor allem, wenn das Blut sehr unangenehm riecht.

Die folgenden Vorschläge des Teams für Maßnahmen, die unseren Kindern helfen können, wurden zum Teil sofort umgesetzt, andere werden folgen:

  • Es ist notwendig, alle Eltern anzusprechen und sie ständig an ihre Verantwortung zu erinnern, damit sie ihr Verhalten gegenüber ihren Kindern verbessern. Sie sind auch darüber zu informieren, dass das Amt für Kinder- und Familienangelegenheiten bei der Polizei eingeschaltet wird, wenn sie sich nicht um ihre Kinder kümmern.
  • Die leitende Lehrerin sollte zusammen mit allen Lehrerinnen mehr Beratung anbieten, insbesondere für die Kinder, deren Eltern sich getrennt haben, damit sie sich geliebt fühlen, ein Gefühl der Zugehörigkeit haben und einen Sinn in ihrer Ausbildung sehen können.
  • Nach den Äußerungen der Kinder beten wir um Gottes Vorsehung, damit die Einrichtung Schlafsäle einrichten kann, in denen sich die Mädchen sicher fühlen und sich auf ihre Bücher konzentrieren können, um gute schulische Ergebnisse zu erzielen.
  • Wenn möglich, sollte allen Mädchen, die ihre Periode bekommen haben, jeden Monat mindestens ein halbes/ein Stück Seife zur Verfügung gestellt werden, damit sie ihre wiederverwendbaren Binden waschen und sauber halten können.
  • Die Mädchen, die Probleme mit ihrem Intimbereich haben, müssen sich sofort an einen Arzt wenden. Ihnen wurde zudem geraten, sich häufig zu waschen, trockene Unterhosen anzuziehen und stets auf ihre persönliche Hygiene zu achten.

Beim Juni-Treffen der Gruppe A wurde - aus gegebenem Anlass - bei allen großen Mädchen von der leitenden Lehrerin Jackline zusammen mit Prossy ein Schwangerschaftstest durchgeführt. 27 Mädchen wurden getestet und ihre Ergebnisse waren alle negativ. Dies werten wir als Zeichen dafür, dass das abschreckende Beispiel einer ihrer Mitschülerinnen, die schwanger war und inzwischen bereits Mutter wurde, wirkt und die Mädchen sich nicht wie viele ihrer Altersgenossinen außerhalb von Kwa Moyo in der Gemeinschaft „daneben benehmen“ oder aus purer Not gar verkaufen.

Die Mädchen wurden dafür gewürdigt, dass sie gute Kinder sind, und es wurde ihnen mitgeteilt, dass alle ihre Ergebnisse negativ waren, was bedeutet, dass keines von ihnen schwanger war.

Es wurde ihnen geraten, viel Wasser zu trinken, da der Urin einiger Mädchen während des Tests eine dunklere Farbe hatte als der anderer. Außerdem wurde ihnen geraten, keine schmutzigen und nassen Unterhosen anzuziehen, um Infektionen vorzubeugen.

Die Mädchen, die Probleme mit ihrem Menstruationszyklus, schmerzenden Brüsten und juckenden Geschlechtsteilen hatten, wurden zum Hope Medical Centre begleitet und dort behandelt.

Auch die Mädchen der Gruppen B1 und B2 hatten ihre Beratungs- und Orientierungssitzungen. Das zweite Treffen im Mai wurde von den Lehrerinnen Harriet Muyama bzw. Irene Namutosi zum Thema Fortpflanzung durchgeführt. Die Mädchen waren sehr aufmerksam und bereit, von ihren Lehrerinnen etwas Neues zu lernen.

Fortpflanzung wurde definiert als ein Prozess, bei dem ein lebender Organismus andere Organismen hervorbringt, die ihm ähnlich sind, und bei dem sich lebende Organismen durch die Produktion von Ablegern vermehren. Oder es ist der Prozess, durch den neue Individuen von den Eltern gezeugt werden. Die Kinder wurden darüber informiert, dass der Prozess der Fortpflanzung für die Aufrechterhaltung der Stabilität im Ökosystem und für den Fortbestand des Lebens auf der Erde sehr wichtig ist.

Die Kinder wurden über die Bedeutung der Fortpflanzung informiert, da sie dazu beiträgt, die Anzahl der Arten im Ökosystem zu erhöhen bzw. zu erhalten und das Gleichgewicht zwischen Geburten- und Sterberate aufrechtzuerhalten und neue Individuen die alte und sterbende Bevölkerung ersetzen.

Sie wurden auch darüber informiert, dass es zwei Arten der Fortpflanzung gibt: sexuelle und ungeschlechtliche Fortpflanzung. Die sexuelle Fortpflanzung wurde definiert als eine Fortpflanzung, bei der Geschlechtszellen (Gameten), beteiligt sind bzw. sich vermehren, d.h. das männliche Sperma und die weibliche Eizelle. Die ungeschlechtliche Fortpflanzung ist die Art der Fortpflanzung, bei der es (hauptsächlich) um Pflanzen geht.

Das Thema im Juni war, wie sich ein Mädchen in einer Gemeinschaft verhalten sollte. Dieses wurde von den Lehrerinnen Eveline Acen bzw. Safiyana Talibba behandelt. Die Kinder wurden gebeten, eine Gemeinschaft zu definieren, und sie sagten, dass es eine Gruppe von Menschen ist, die zusammen leben und arbeiten.

Im Folgenden werden die Verhaltensweisen beschrieben, die ein Mädchen in einer Gemeinschaft zeigen sollte.
Anmerkung: einige davon sind für uns Europäer befremdlich, aber eben landestypisch oder dienen dem Schutz der Mädchen in der sie umgebenden z.T. immer noch sehr archaischen Gesellschaft und sind daher zu akzeptieren. Im Gegenzug lernen die Mädchen ja auch, welche Rechte sie haben und was sie nicht mehr „als gegeben hinnehmen“ müssen, und auch unsere Jungs lernen, dass Mädchen kein „Freiwild“ sind.

  • Ein Mädchen sollte alle Menschen grüßen und respektieren, d. h. sie wurden ermutigt, jede erwachsene Person, der sie begegnen, als Zeichen des Respekts zu grüßen und dabei niederzuknien.
  • Sie sollten fleißig sein, d.h. die Mädchen wurden aufgefordert, unermüdlich zu arbeiten, um ihre Ziele zu erreichen, sowohl in der Schule als auch in ihrer Gemeinschaft.
  • Ein Mädchen sollte sich anständig kleiden, denn sehr kurze und durchsichtige Röcke oder Kleider können leicht ihren Körper entblößen, was sich nicht gehört und unter anderem zu Vergewaltigungen und Schändungen führen kann. Sie wurden auch aufgefordert, immer adrett und sauber zu sein.
  • Ein Mädchen sollte gute Tischmanieren haben, d. h. es sollte nicht während des Sprechens oder Gehens essen und immer eine gute Sitzhaltung einnehmen.
  • Die Mädchen wurden aufgefordert, sich selbst wertzuschätzen und ihren Ältesten (Lehrer:innen, Eltern, Meinungsführern) gegenüber gehorsam zu sein.

 

> Boys' Talk

Zeitgleich mit den Mädchengruppen hatten auch die Jungen der Gruppen A und A 2 ihre Orientierungs- und Beratungssitzungen, die jeweils vom Lehrer Adamudin Wajokere im Beisein einiger anderer Lehrer geleitet wurden.

Im Mai ging es um das Thema der persönlichen Hygiene. Persönliche Hygiene wurde definiert als die allgemeine Sauberkeit unseres Körpers und der Dinge, die wir benutzen.

Die Jungen wurden daran erinnert, welche Maßnahmen zur Förderung einer angemessenen persönlichen Hygiene ergriffen werden können, wie z. B. regelmäßiges Duschen, Schneiden der Fingernägel, Rasieren der Haare, Zähne- und Zungenputzen nach jeder Mahlzeit, Waschen der Bettwäsche und anderer Kleidungsstücke sowie Bügeln der Kleidung zur Abtötung von Keimen. Es wurde auch demonstriert, wie die Jungen ihre Unterhosen waschen können, und sie wurden ermahnt, keine nasse Unterwäsche anzuziehen, da sie Keime beherbergen könnte, die zu Infektionen führen können.

Außerdem wurden die Jungen daran erinnert, dass das Leben das wichtigste Geschenk Gottes ist und dass es geschätzt werden soll und dass ein gesunder Geist in einem gesunden Körper wohnt.

Im Juni wurde das Thema Respekt behandelt. Der Lehrer erklärte den Jungen, dass es in ihrem Land Menschen mit unterschiedlichen moralischen Werten, Religionen und kulturellen Hintergründen gibt und sie daher ungeachtet all dieser Faktoren jeden respektieren sollten.

In den Übersetzungen in der Muttersprache wurde Respekt als Rücksichtnahme auf die Vorlieben, Gefühle, Gedanken und Ideen anderer definiert. Er wurde auch als ein Gefühl definiert, das die positiven Handlungen oder Äußerungen eines Menschen gegenüber einer Sache erfüllt. Die Jungen wurden darüber informiert, dass der Respekt vor einer Person ein Spiegelbild ihrer ethischen Werte/Verhaltensweisen ist.

Respekt wurde in zwei Aspekte unterteilt: Selbstachtung und Achtung, die man anderen entgegenbringt. Selbstachtung wurde als Selbstliebe mit Ehre und Würde definiert. Die Jungen wurden darauf hingewiesen, dass sie sich selbst respektieren würden, wenn sie Selbstachtung hätten, und dass sie sich mit Sicherheit ehrenhaft behandeln würden. Es wurde ihnen gesagt, dass sie ohne Selbstachtung von niemandem respektiert werden. Die Jungen wurden daher aufgefordert, Selbstvertrauen zu haben, denn wenn sie selbstbewusst sind, sich großartig fühlen und glauben, dass sie nicht weniger wert sind als andere, dann haben sie auch Selbstachtung.

Es wurde ihnen gesagt, dass der Respekt vor jedem Menschen wichtig ist, um in der Gesellschaft zu leben und zu überleben. Die Jungen wurden daher aufgefordert, Respekt vor ihren Eltern, Lehrer:innen, Freunden, Verwandten und Älteren in der Gemeinschaft zu haben, da diese mit ihrem Leben verbunden sind. Sie wurden auch aufgefordert, immer ein guter Zuhörer zu sein und deren Meinung zu schätzen.

Der Lehrer schloss mit den Worten, dass Respekt ein entscheidendes Element im Leben eines jeden Menschen ist, um eine gute Beziehung und ein gutes Verständnis zwischen zwei oder mehreren Personen aufrechtzuerhalten.


> Der Tag des Afrikanischen Kindes

Dieser wurde, wie im Juni bereits hier berichtet, am 16. Juni gefeiert. Die jüngeren Schüler:innen erhielten etwas zum Spielen, während die älteren Jungen die so dringend benötigte Unterwäsche und ein kleines Spielzeug und die größeren Mädchen mehrere Slips und Binden bekamen.


> Abschied und Neubeginn

Ende Juni mussten wir uns nach über sechs Jahren Zusammenarbeit von unserer Mitarbeiterin Prossy Nakitandwe Mulumba verabschieden. Ihr Ehemann Henry Mulumba arbeitet seit vielen Jahren in einer Mission der Vereinten Nationen (UN) für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Demokratischen Republik Kongo. Prossy lebte mit ihrer inzwischen zweijährigen Tochter Henrietta Paloma in Mbale und die beiden sahen die Familie in Jinja und vor allem den Ehemann und Vater nur selten. Als sich die Möglichkeit für Prossy ergab, ebenfalls in einer UN-Mission der WHO zu arbeiten, ergriff sie die Gelegenheit, was wir natürlich sehr gut verstehen können.

Prossy bat ausdrücklich darum, dem gesamten Team und allen Pat:innen sehr herzlich für alles zu danken, was sie für die Kinder in Not getan haben und noch tun. Sie schrieb: „Geben bedeutet nicht, dass man viel hat, sondern dass man ein Herz hat. Möge Gott euch / Sie ständig segnen.“

Prossy hinterlässt eine große Lücke im Leben unserer Kinder, die sie alle von Anfang an kannte und für die sie stets eine wichtige Bezugs- und Vertrauensperson war. Auch wir und das Team vor Ort werden sie vermissen. Wir danken ihr für ihre Arbeit, all die Zuwendung zu den Kindern, insbesondere den größeren Mädchen und wünschen ihr und ihrer Familie von Herzen alles Gute.

Fast zeitgleich mit dem Abschied von Prossy konnten wir unsere von allen sehr geliebte stellvertretende Schulleiterin Christine Muyama nach langer Krankheit wieder an der Schule begrüßen. Es geht ihr zwar deutlich besser, aber leider kann sie in absehbarer Zeit nicht wieder in der doch manchmal recht lauten Vorschule unterrichten.

Sie bat deshalb darum, mit zunächst etwas leichteren Tätigkeiten in der Verwaltung und im Sozialdienst eingesetzt zu werden. Diesem Wunsch sind wir sehr gerne nachgekommen. Christine ersetzt Prossy in enger Zusammenarbeit mit Lehrerin Jackline bei der Koordination des Girls´ Talk. Außerdem arbeitet sie mit den Sozialarbeitern zusammen in der dringend nötigen Familienarbeit. Hierbei ist die Tatsache, dass sie, die seit Tag 1 bei uns ist, und deswegen alle Kinder und deren Familien kennt und zudem die lokale Sprache Lugishu fließend spricht, ein großer Segen.

Einen Teil der bisher von Prossy geleisteten Verwaltungsarbeiten übernahm inzwischen unsere liebe und sehr qualifizierte Verwalterin Lydia Kimono zusätzlich, wofür wir ihr sehr dankbar sind.


> Patenreise im Herbst

Da sich hierfür nur drei Patinnen gemeldet hatten, die auch noch nur zu unterschiedlichen Zeiten hätten reisen können, findet diese nicht statt.

Aufgrund der Tatsache, dass Prossy u.a. eine der Zeichnungsberechtigten bei der Bank war, muss dies neben anderen Dingen neu geregelt werden, weshalb Martina und Chris trotzdem im September für einige Tage nach Uganda fliegen werden. Da sie voraussichtlich nur mit Verwaltungsarbeit und Meetings beschäftigt sein werden und wegen der Mitnahme der Spende von Charity Cat andere Dinge bisher liegen bleiben mussten, können sie, auch wegen des jetzt niedrigeren Gepäcklimits, leider keine Patenpost mitnehmen. Bestimmt wird dies aber bei der nun für das Frühjahr 2023 geplanten Patenreise möglich sein, für die sich bereits etliche Paten angemeldet haben. In die konkrete Planung dazu geht es im Oktober oder November, wenn sich zeigt, ob Corona wieder eine unrühmliche Rolle spielt, was wir natürlich nicht hoffen.


> Mikrokreditprojekt

Das Mikrokreditprojekt läuft trotz der auch in Uganda enorm gestiegenen Lebenshaltungs- und Transportkosten nach wie vor sehr gut. Da ständig neue Frauengruppen hinzukommen, war die viele Arbeit mit den vorhandenen Mitarbeiter:innen nicht mehr zu stemmen. Zum 01.06.2022 wurde deshalb eine weitere Mitarbeiterin eingestellt - vorerst als Volontärin.

Die Leitung des Mikrokreditprojekts berichtet dazu: Die neue Mitarbeiterin Jane Nambozo arbeitet zur Zeit bei einer größeren Mikrokreditorganisation, verfügt aber über genügend freie Zeit, um auch für das Mikrokreditprojekt PAUTHO zu arbeiten. In Uganda ist es nicht unüblich, aufgrund niedriger Gehälter, mehrere Jobs zu haben. Wir versprechen uns davon, dass wir auf diese Weise einen guten Einblick in die Arbeitsweise der anderen Organisation erhalten und sind sehr zuversichtlich, dass Jane unser Team gut ergänzen wird.

Wie gut dies funktioniert und welche Frauen und Gruppen davon profitieren, kann in den aktuellen Berichten nachgelesen werden: https://buch-aktion.eu/mitteilungen/

Pat:innen gesucht

Chris, 22.06.2022

Wir haben noch zwei Jungen aus sehr bedürftigen Familien aufgenommen, die sich über eine liebe Patin oder einen lieben Paten freuen würden.

Wenn Sie Interesse an einer Patenschaft haben, dann können Sie sich hier informieren.

Collin ist 6 Jahre alt und besucht die 1. Vorschulklasse Baby Class.
24.06.2022: Das ging schnell: Collin freut sich bereits über einen lieben Paten!

Dennis ist 9 Jahre alt und geht in die 1. Grundschulklasse P1.
14.08.2022: Seit gestern Abend hat Dennis einen Paten


Tag des afrikanischen Kindes

Chris, 18.06.2022

Nach drei Jahren konnten wir am 16. Juni endlich wieder den "Tag des Afrikanischen Kindes" begehen, an dem wir an dessen Ursprung erinnern und traditionell auch die Geburtstage der Kinder feiern.

Today is the Day

Unsere Lehrer:innen haben die Kinder in der Woche davor altersgerecht informiert und vorbereitet. Die Kinder haben dann eigenständig das formuliert, was sie dazu empfinden und dies am "Day of the African child" auch vorgetragen. Bei den größeren Kindern war dies durchaus auch schon "politisch".

Am Schluss gab es Torte und altersgerechte Geschenke von Bällen über kleine Autos, und Puppen bis zu Hygieneartikeln und Unterwäsche für alle.

Herzlichen Dank an alle Mitarbeiter:innen, die dazu beigetragen haben, dass dies ein so schöner Tag für die Kinder war. Ein besonderer Dank gilt unseren lieben Pat:innen, die diesen Tag nie vergessen und mit ihren Spenden die Feier erst möglich gemacht haben.

Interessante Hintergründe zum Tag des afrikanischen Kindes können hier nachgelesen werden.

Versammeln

Kopfschmuck für alle

Let's celebrate!

Geburtstagsgeschenke für die Kinder


Hier einige Videos zum Tag des afrikanischen Kindes:

P 6 wendet sich an ihre Landsleute

Zum Inhalt der Videos:


  • Die P 5 berichtet über Kinder „born in Africa, raised in Africa und suffered in Africa" (geboren in Afrika, aufgewachsen in Afrika, gelitten in Afrika), die sich in Südafrika seinerzeit dagegen aufgelehnt haben, dass ihnen ihr Recht auf freie Rede und auf Gleichberechtigung genommen wurde und dass sie diese Rechte für sich eingefordert haben. Die Zeit ist reif, dass die Kinder Afrikas aufbegehren und zusammen mit allen für ihre Rechte aufstehen. Sie enden mit dem Friedensgruß „Shalom“.
  • In einem zweiten Video berichtet die P 5 noch einmal von den Gefahren des Alkoholmissbrauchs und warnt vor dessen Genuss.


  • Die P 6 singt ein Lied in der lokalen Sprache Lumasabe / Lugishu.
  • Im zweiten Video sagt die P 6 später noch ein beeindruckendes Gedicht auf, in dem sie davon erzählen, dass die Ugander in ihrer Region ein Volk von Bauern sind, die seit Ewigkeiten ein ausgesprochen kurzes Leben voller Entbehrungen mit schlechten Straßen, schlechten Wohnverhältnissen, schlechtem Wasser, schlechter Beleuchtung und mangelnder Integrität leben. Sie rufen ihre Landsleute mit Nachdruck auf, diesen bösartigen und kleingeistigen Kreislauf endlich zu durchbrechen, indem sie selbst die folgenden Veränderungen herbeiführen:
      - das Einkommen, das die Menschen verdienen, zu erhöhen
      - die Gebiete zu planen, in denen die Menschen wohnen
      - die Verletzung der Rechte von Kindern zu beseitigen
      - den Strom, den elektrischen Strom, für alle zugänglich zu machen und ein gemeinsames Leben zu ermöglichen.
    Danach fordern die Kinder, dass man ihnen die Unterstützung für ein längeres Leben zukommen lässt und ihnen Wege und Möglichkeiten eröffnet, ein Leben ohne dieses Unheil und mit einer Zukunft ohne Armut, Angst und Unterdrückung und damit ein besseres, würdevolles Leben zu leben.


  • Die Vorschulkinder sagen: Ich bin ein afrikanisches Kind, geboren mit einer Haut so dunkel wie Schokolade, aber „hell“ (im Kopf). Ich bin stark, begabt und talentiert und darf nicht übersehen werden. Ich bin ein afrikanisches Kind.


  • Der Director of Studies, Umar Watsala, spricht ein Gebet des Dankes und der Fürbitten in Englisch und für die Muslime zum Schluss auch in Arabisch.


Die Kinder mit ihren Geschenken:


Update Mai 2022

Chris, 29.05.2022

Anfang April reiste der geschäftsführende Vorstand für einige Tage nach Uganda, um dort nach mittlerweile zwei Jahren seinen satzungsgemäßen Aufgaben nachzukommen. Die Bücher wurden geprüft und es fanden Meetings mit dem Management, den Lehrkräften und Mitarbeitern und den Eltern/Erziehungsberechtigten der Kinder mit jeweils regem Austausch statt.

Das absolute Highlight war aber das Zusammentreffen mit den Kindern nach so langer Zeit. Einige haben wir kaum noch erkannt, weil sie so sehr gewachsen sind und sich auch sonst verändert hatten. Bei so manchen Großen war das kindliche Aussehen einem deutlich „erwachseneren“ gewichen, sind sie doch bereits mitten in der Pubertät.

Besonders schön war es auch, die Kinder kennenzulernen, die seit dem letzten Besuch im Februar 2020 neu an der Schule aufgenommen wurden.

Eine Vielzahl an Fotos, die auf der Reise entstanden sind, sind hier zu sehen.

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> Mikrokreditprojekte / Familienhilfe

Wir hatten auch die Gelegenheit, einige der Mikrokredit-Projekte von PAUTHO zu besichtigen und waren tief beeindruckt, in welchem Maße die Kredite das Leben so vieler Frauen und deren Familien positiv verändert haben. Natürlich ist das in erster Linie auf den Fleiß und die Leistungsbereitschaft, aber auch den Zusammenhalt der Frauen in den jeweiligen Gruppen zurückzuführen. So helfen sie sich untereinander, wenn eine, aus welchen Gründen auch immer, einen Termin zur Rückzahlung nicht einhalten kann. Manche Gruppen erhalten bereits den zweiten oder gar dritten, deutlich größeren Kredit und erweitern ihre Geschäfte.
Details sind in den monatlichen Berichten von Buch-Aktion zu finden: https://buch-aktion.eu/mitteilungen/

Besonders auffällig war, dass nur wenige der KWAYA-Frauen (Kwa Moyo Frauengruppe) ähnlich große Errungenschaften vorzuweisen hatten. Dies ist zum Teil auch darauf zurückzuführen, dass etliche Kredite an einzelne Frauen vergeben wurden, von denen leider vielen die Bedingungen nicht wirklich klar waren. Einige verwendeten das Geld nicht absprachegemäß für die Geschäftsidee, mit deren Erträgen sie die Rückzahlungen leisten sollten, sondern stopften damit „Löcher“ und nicht wenige wurden genötigt, es ihren Männern für deren Zwecke auszuhändigen. Deshalb haben noch immer viele der KWAYA-Frauen ihre Kredite nicht vollständig getilgt.

Dies und insbesondere die Haltung vieler Väter / Männer bestätigte uns in unserer bereits letztes Jahr getroffenen Entscheidung, die Familienhilfe im bisherigen Umfang einzustellen, weil sie, wie wir leider feststellen mussten, einerseits große Erwartungen an die Spendenbereitschaft der Pat:innen weckte und andererseits bei vielen Familien auch zu deutlich verminderter Eigeninitiative bis hin zu völliger Untätigkeit führte. Das ist keine Hilfe zur Selbsthilfe im Sinne des Erfinders.

Deshalb gibt es Hilfe für die Familien nur noch in Form von Krediten und auch an die KWAYA-Frauen werden nur noch Kredite vergeben, wenn sie sich – analog zu den Gruppen in den anderen Dörfern – als eigene Gruppe von 5-10 Frauen beim jeweiligen LC 1 chairperson (Gemeinderatsvorsitzenden) registrieren lassen. Jede Gruppe muss eine Vorsitzende, eine stellvertretende Vorsitzende und eine Sekretärin haben. Das PAUTHO-Team prüft die Geschäftsideen, bringt seine inzwischen weitreichenden Erfahrungen mit ein und hilft, dass sich die Frauen nicht gegenseitig Konkurrenz machen, sondern im besten Falle – wie in den anderen Dörfern – durch ihren Erfolg sogar Arbeitsplätze schaffen. Einen neuen Kredit gibt es aber nur, wenn der vorherige abgelöst ist und nun bemühen sich auch bisher zahlungsunwillige Frauen, damit sie sich einer Gruppe anschließen können.

Dieses Vorgehen schützt die Frauen davor, dass ihre Männer Zugriff auf das Geld haben, da immer eine Gruppe anderer Frauen dahinter steht. Alle Familien haben gleichermaßen und unabhängig davon, ob die jeweiligen Pat:innen finanziell unterstützen können, oder möchten, die Chance, selbst etwas für die Verbesserung ihrer Lebensumstände und die Zukunft ihrer Kinder zu tun und unser Team, das neben all der vielen anderen Arbeit mit der Beschaffung und Verteilung  von Betten, Matratzen, Decken, Baumaterial und Sonstigem erheblich belastet war, wird entlastet.  Es macht auch ganz deutlich, dass die Verantwortung der Familien bei ihnen selbst liegt und es stärkt die Stellung der Frauen. Ganz wichtig ist auch, dass auf diese Weise das gleiche Geld immer wieder vergeben werden kann und der Topf immer voller wird. Deshalb werden, wie im November 2021 bereits mitgeteilt, Spenden für die Familienhilfe in einen Fonds für die Kwa-Moyo-Familien überführt. Herzlichen Dank für die Spenden, die hierfür bereits eingegangen sind!

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Einen Überblick über die diversen Projekte, die das Mikrokreditprojekt ermöglicht, finden Sie hier.


> Weitere Infos aus dem Schulleben

Da wir kurz vor dem Ende des 1. Terms 2022 ankamen, hatten die Kinder ihre Prüfungen bereits geschrieben und waren mit Feuereifer dabei, Briefe an ihre jeweiligen Pat:innen zu schreiben.
Inzwischen liegen die “report cards“ (Zeugnisse) und die Briefe der Kinder den zuständigen Patenbetreuer:innen vor und werden möglichst zeitnah an die jeweiligen Pat:innen weitergeleitet. Leider hat sich dieses Mal alles verzögert, da der Strom im Büro an der Schule nicht ausreichte, um die riesigen Datenmengen zu schicken. Die Zeugnisse und Briefe wurden daher per WhatsApp an Chris geschickt, die erst mal alles herunterladen, sichten und verteilen musste, was bei so vielen Kindern natürlich ganz schön viel Zeit in Anspruch nahm. Inzwischen wurde ein Solarmodul auf der Multifunktionshalle montiert, das hier Abhilfe schaffen soll. Mehr zum Thema Strom weiter unten.

Das neue Solarmodul auf dem Dach der Multifunktionshalle:




Bei Durchsicht der einzelnen Reports konnten wir zu unserer Freude feststellen, dass den meisten Kindern der Einstieg in den regulären Schulunterricht gut bis sehr gut gelungen ist. Vor allem viele Kinder mit vorher nicht so guten Leistungen hatten vom home schooling profitiert. Andere Kinder hatten zwar einen guten Start, dann in den Mittel- und Endprüfungen aber einen „Durchhänger“, und ein paar wenige werden noch etwas Zeit brauchen, um an ihr Leistungsvermögen heranzukommen. Aber das war ja erst der erste von drei Terms ... Unsere Lehrer:innen jedenfalls geben ihr Bestes.

Leider haben uns Hilda Neboshi (Klassenlehrerin P2), Catherine Lunyolo (Klassenlehrerin P3) und Fred Watundu (Klassenlehrer P5) zum Ende des ersten Terms verlassen, weil sie eine Stelle an einer staatlichen Schule bekommen haben. Diese sind wegen der Pension (ähnlich einer Verbeamtung) heiß begehrt, obwohl das Gehalt oft unpünktlich kommt. Natürlich entrichten wir die Arbeitgeberleistungen an die Sozialversicherung, aber mit der staatlichen Pension kann die normale „Rente“ auch in Uganda nicht mithalten.

Erfreulicherweise konnten wir, trotz des bereits laufenden Schuljahres, neue Lehrer:innen für unsere Schule in Bwikhasa Village gewinnen:

Neuer Klassenlehrer der P2 ist Julius Enamu.

Die P3 wird von Adamudin Wajokere als Klassenlehrer betreut.

In der P5 ist Fred Makwa der neue Klassenlehrer.


Weiterhin verstärken folgende Lehrer:innen das Lehrerkollegium ab dem 2. Term, der nach den dreiwöchigen Osterferien  am 9. Mai bereits begonnen hat:

Safiyana Talibba unterrichtet Englisch.

Andrew Okello unterrichtet die naturwissenschaftlichen Fächer.

Simon Wanda ist ein „volunteer“ / Aushilfslehrer, der die  Fächer Mathematik,
SST (Social Studies = Sozialkunde) und Religion unterrichtet.

Evaline Acen ist auch ein „volunteer“ / eine Aushilfslehrerin,
die als weitere Englischlehrerin das Kollegium in diesem Fach unterstützt.


> Kleiderspende von Charity Cat e.V.

Große Freude bei den Kindern löste eine Spende von Charity Cat e.V. aus. Dieser 2004 von ca. 20 ehrenamtlich dafür arbeitenden Mitarbeitern des Sportartikelherstellers PUMA gegründete Verein, in dem sich inzwischen auch externe Mitglieder engagieren, hatte uns bereits im März 2021 eine riesige Menge an „Samples“/Mustern von nagelneuer Sportkleidung, T-Shirts, Sweatshirts, Jacken, Sport- und Fußballschuhen und Bällen gespendet, die wegen des großen Volumens in mehreren Etappen nach Uganda transportiert werden mussten.

In dem Zusammenhang herzlichen Dank an Pauline und Thomas, die bereits bei einer früheren Reise Unmengen mitnahmen. Es war so viel, dass jedes der 200 anwesenden Kinder ein Teil mit nach Hause nehmen konnte. Herzlichen Dank an Charity Cat e.V. und den Paten, der dies für uns „eingefädelt“ hat.

Hier gibt es weitere Bilder zur großzügigen Spende von Charity Cat e.V.

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> Girls´ Talk

Am 18. Mai fand für beide Mädchengruppen der erste Girls´ Talk im 2. Term statt. Es ging nahtlos dort weiter, wo vor den Ferien aufgehört wurde.

Bei einer Lernzielabfrage zeigte sich, dass nicht alle Mädchen der Gruppe A verstanden hatten, was Selbstbewusstsein bedeutet und wie man dieses, auch ohne sich nur über Leistungen zu definieren, erlangt. Also wurde der Inhalt der letzten Lektion kurz wiederholt, bevor Lydia den Mädchen folgende mögliche Ursachen für ein geringes Selbstwertgefühl nannte: die Erfahrung von Stigmatisierung einschließlich Rassismus, körperliche und psychische Gesundheitsprobleme, Mobbing in der Schule oder zu Hause, Sorgen um das eigene Aussehen und das eigene Körperbild. Die Mädchen wurden aufgefordert, immer auf sich selbst zu vertrauen und keine Angst zu haben, sich an einer positiven Aktivität zu beteiligen, um ihr Leben zu verbessern. Ihnen wurden, neben den in der letzten Lektion bereits genannten, weitere Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie ihr Selbstwertgefühl verbessern können:

  • Sei nett zu dir selbst, indem du dich selbst kennen lernst, ergründe, was dich glücklich macht und was du in deinem Leben am meisten schätzt.
  • Kümmere dich um dich selbst, indem du versuchst, ausreichend zu schlafen, Sport zu treiben und halte dich immer von Drogen und Alkohol fern.
  • Erkenne die guten Dinge und freue dich an Erfolgen, egal wie klein sie sind. Erstelle eine Liste der Dinge, du du an dir selbst magst und akzeptiere Komplimente.
  • Baue dir ein unterstützendes Netzwerk auf, indem du Kontakte zu Menschen knüpfst, die ähnliche oder gemeinsame Erfahrungen gemacht haben, an die du dich bei Problemen wenden kannst, weil sie dich verstehen und dir in der jeweilige Lage hilfreich sein können.

Einige der großen Mädchen haben während  der Ferien an den Nähkursen teilgenommen, und die Ausbilderin sagte, dass sie jetzt eine gerade Linie nähen können und auch in der Lage sind, als Gruppe ein einfaches Babykleid zu nähen. Die erlernten Fähigkeiten sind vielversprechend, und wenn man ihnen mehr Zeit gibt, mindestens eine Stunde pro Woche während der Schulzeit, werden die Mädchen bald in der Lage sein, unter Anleitung der Ausbilderin ihre eigenen Damenbinden zu nähen.

Lydia mit der Gruppe A

Lydia mit der Gruppe A

Nähkurs in den Ferien

Nähkurs in den Ferien

Parallel dazu nahmen auch die Mädchen der Gruppe B1 und B2 gemeinsam den Faden dort wieder auf, wo sie vor den Ferien aufgehört hatten. Lehrerin Jackline ermittelte in einer  Lernzielabfrage, ob die Mädchen noch wissen, was der Unterschied zwischen Einwegbinden und wiederverwendbaren Binden ist und welche Vor- und Nachteile das jeweilige Produkt hat. Theoretisch hatte der Großteil der Mädchen alles richtig in Erinnerung, allerdings zeigte sich, dass einige von ihnen noch nie Binden gesehen hatten. Also erhielten diese die Möglichkeit, sich die wiederverwendbaren und nicht wiederverwendbaren Binden und deren Anwendung zeigen zu lassen.

Die Lehrerin rief die Mädchen dazu auf, alles, was sie während und nach ihrer Periode benutzen, sauber zu halten und vor allem auf ihre wiederverwendbaren Binden aufzupassen. Sie veranschaulichte die Situation anhand von Unterhosen und Binden und bat einige der Kinder, das Gelernte vor ihren Mitschülerinnen zu üben. Die Mädchen wurden in der Reinigung und Pflege  der an sie ausgehändigten wiederverwendbaren Binden unterrichtet, damit diese möglichst lange halten. Sie müssen hierzu die folgenden Schritte befolgen:

  • Weiche die wiederverwendbaren Binden in sauberem, kaltem Wasser ein und wasche sie dann gründlich mit Seife aus.
  • Drücke das Wasser aus den wiederverwendbaren Binden aus, damit sie schneller trocknen können, und lege sie zum Trocknen unter ein leichtes Tuch auf einen Draht.
  • Falte sie gut zusammen und bewahre sie an einem sauberen, trockenen und sicheren Ort auf.

Auch die persönliche Hygiene wurde hervorgehoben, und den Mädchen wurde geraten, immer auf die allgemeine Sauberkeit ihres Körpers und ihrer Umgebung zu achten, um ein gesundes Leben zu führen.

Praktische Übung

Praktische Übung

Unterweisung durch Jackline

Unterweisung durch Jackline


> Boys´ Talk

Auch für die Jungen ging es am 18. Mai weiter und auch hier wurden beide Gruppen gemeinsam von Adamudin, einem der neuen Lehrer, informiert, was einen Jungen in seiner Gesamtheit ausmacht.

  • Lebensziele: Die Jungs wurden aufgefordert, sich selbst zu identifizieren und eigene Ziele und Pläne für ihre Zukunft zu haben, damit sie gerne in ihr leben. Es wurde ihnen geraten, immer fleißig zu arbeiten, um die Umgebung, in der sie leben, positiv zu verändern.
  • Bildung: Die Jungen wurden auch darüber informiert, dass Bildung der Schlüssel zum Erfolg ist. Gleichzeitig wurden sie darauf aufmerksam gemacht, dass sie ohne harte Arbeit, Ausdauer und Durchhaltevermögen keine größeren Ziele erreichen werden.
  • Hoffnung: Sie wurden dazu aufgerufen, in jeder Situation stark und mutig zu sein und nicht aufzugeben. Sie wurden darauf hingewiesen, dass die Hoffnung immer etwas sein sollte, das sie nicht verlieren sollten, solange sie leben, und sie wurden aufgefordert, an sich selbst zu glauben.
  • In Bezug auf die Menschen und Dinge in ihrer Umgebung wurden die Jungen aufgefordert, stets über soziales Kapital zu verfügen (harmonische Beziehungen zu anderen, ohne ihr Leben zu gefährden). Ihnen wurde geraten, bescheiden und respektvoll gegenüber allen zu sein, unabhängig vom Alter. Auch das Grüßen wurde als Teil eines guten Charakters betrachtet.

Die Jungen wurden auch darüber informiert, was einen Jungen zerstören kann:

  • Das Versäumnis, Gott zu verehren, um ihm Respekt zu erweisen; daher wurde ihnen geraten, Gott mit allen Mitteln zu dienen.
  • Asoziale Verhaltensweisen wie Drogenmissbrauch, Alkoholismus, Diebstahl von anderen. Den Jungen wurde geraten, sich von schlechten Gleichaltrigengruppen fernzuhalten, da dies eine der Hauptursachen für die oben genannten Verhaltensweisen ist. Außerdem wurde ihnen geraten, vorehelichen Sex immer abzulehnen, da dies ihnen helfen würde, ihre Bildungsziele erfolgreich zu erreichen.
  • Mangelnder Respekt vor den Eltern und anderen Menschen: Die Jungen wurden aufgefordert, ihre Eltern zu respektieren, egal welchen Status sie haben, denn das würde ihnen Segen bringen.
  • Die persönliche Hygiene wurde ebenfalls als einer der wichtigsten Punkte betrachtet, und die Jungen wurden gründlich überprüft und aufgefordert, ihren Körper, ihre Zähne und ihre Kleidung stets sauber zu halten. Dies geschah in dem Bestreben, verantwortungsbewusste künftige junge Herren heranzuziehen, die auf ihre Gesundheit bedacht sind.

Adamudin unterrichtet die Jungs

Andere Lehrer waren auch dabei


> Freitagsversammlungen

Die erste Schulversammlung im neuen Term fand am 27. Mai statt. Das Thema der Woche war Alkohol, das leider in vielen unserer Familien eine unrühmliche Rolle spielt.

Die Kinder wurden über die Gefahren des übermäßigen Alkoholkonsums informiert und wozu er führt: er zerstört Menschen, Beziehungen und ganze Familien.

Im Video berichtet die P 5 davon und warnt ihre Mitschüler:innen, aber auch die Lehrkräfte und die Eltern. Sie wünscht sich eine alkoholfreie Gemeinde.

Die P5 über die Gefahren des Alkoholkonsums


> Tag des afrikanischen Kindes am 16. Juni

Traditionell feiern wir die Geburtstage unserer Kinder am Tag des afrikanischen Kindes. Pandemiebedingt konnte die Feier 2020 und 2021 leider nicht stattfinden. Die Kinder lernen jeweils altersgerecht für sie aufbereitet, was es mit diesem Tag auf sich hat. Wir sind bereits gespannt, was unser Team sich für dieses Jahr einfallen lässt, um den Kindern eine Freude zu bereiten und danken allen, die bereits hierfür gespendet haben.


> Zum Thema Elektrifizierung

Eigentlich hatten wir geplant und auch beschlossen, das gesamte Gelände mit Solarenergie nachhaltig zu elektrifizieren. Leider wurden wir hier eines Besseren belehrt. Die in Uganda erhältlichen Solarmodule sind einerseits irrsinnig teuer und andererseits von dermaßen schlechter Qualität, dass wir bereits nach kurzer Zeit erneut Geld für Reparatur und/oder Austausch der vorhandenen Panele investieren müssten. Unter diesen Voraussetzungen macht die Anschaffung einer so großen Anlage, an die alle Gebäude angeschlossen werden sollten, keinen Sinn.

Wir haben daher beschlossen, doch einen Antrag auf Anschluss des Schulgeländes an das öffentliche Stromnetz zu stellen. Da es erfahrungsgemäß einige Zeit dauert, bis Anträge bearbeitet werden, wurde die Multifunktionshalle, wie oben bereits erwähnt, schon einmal mit einem  leistungsfähigen Solarmodul ausgestattet. Das bereits früher angeschaffte Modul auf dem Kiosk funktioniert zum Glück noch. Das Modul auf dem alten Lehrerhaus wird repariert, ebenso das, das sich vor der Aufstockung auf dem unteren Schulblock befand. Dann steht erst mal Solarstrom zur Verfügung, der später ggf. auch helfen soll, wenn das öffentliche Stromnetz (mal wieder) ausfällt. Langfristig setzen wir aber immer noch auf Solarenergie.


> Patenreise

Wir möchten, nach wie vor, noch dieses Jahr eine Patenreise anbieten. Es haben bereits viele Pat:innen Interesse (schon für 2020 und 2021) bekundet und damit die, die erst noch Impfungen brauchen, dies auch noch schaffen, wird es wohl Mitte September werden. Es wäre für eine weitere Planung gut, zu wissen, ob das Interesse weiterhin besteht und wir wären für entsprechende Infos dankbar.

Grüße aus Uganda

Dieter, 07./08.04.2022


Unser Vorstand befand sich vor Kurzem in Uganda - nach 2 Jahren ließ die Pandemie es endlich wieder zu.

Hier können Sie sich einen kleinen Überblick verschaffen, ausführliches Bildmaterial finden Sie in der Galerie.

In der Umgebung

An der Schule

Hier noch zwei Videos:


  

Update März 2022

Chris, 27.03.2022

> Aktuelles zu den Schulversammlungen am Freitagmorgen

Bei den „Friday morning assemblies“, bei denen die Kinder zeigen, was sie gelernt haben, gab es im März folgende Darbietungen
(Klick auf ein Bild startet das Video):

Die P 1 erklärte, warum die Tiere ihre Freunde sind.


Die P 2 berichtete darüber, wie gut Gott ihre Körper geschaffen hat und erklärt die Körperteile im typisch ungandischen Englisch und in ihrer Muttersprache Lugishu.


Die P 3 erzählte von Moses und den 10 Geboten.


Beatrice aus der P 4 berichtete über einen Bibelvers, in dem es um Worte und deren Kraft und Auswirkungen geht. Sie rief alle Anwesenden auf, stets nur positive und ermutigende Worte zu verwenden und nicht zu lügen.


Mercy Khabuya aus der P 5 erklärt, dass „jeder seines eigenen Glückes Schmied“ ist.


Die P 6 führte mit Lehrerin Hilda einen Tanz vor und sang dazu.


Ein besonderes Highlight für unsere Kinder war das Leichtathletik-Sportfest, das am 25. März an einer Schule in Mbale stattfand. Alle Grundschulkinder, deren Lehrkräfte und auch einige Mitglieder des Schulkommittees waren mitgereist, um die Läufer:innen anzufeuern. Die Begeisterung kannte keine Grenzen und der Jubel war ohrenbetäubend, als Joel zwei Läufe über unterschiedliche Distanzen gewonnen hatte. Auch Jackline wurde beim Lauf ihrer Altersklasse Erste und beim Sprint über 100 m gewann Peace Namono und Jackline wurde Zweite. Der Schulleiter Simon schrieb, dass alle mehr als glücklich darüber sind, dass unsere Kinder so erfolgreich abgeschnitten haben.

Herzlichen Glückwunsch! Am wichtigsten aber ist, dass alle Kinder Spaß hatten.

> Reinigung der Wassertanks

Die rote Erde Afrikas durchdringt alles, auch die Wassertanks, obwohl die Rohre an den Anschlüssen ziemlich dicht abschließen. Deshalb wurden bereits Ende Februar die älteren Wassertanks auf unserem Schulgelände gründlich von Hand gereinigt und gespült, um für sicheres Trink- und Brauchwasser zu sorgen. Videos hierzu gibt es im Beitrag vom 26.02.2022.

> Prüfung zur Mitte des Terms - Midterm Test

Die Prüfungen zur Mitte des laufenden Terms fanden in der zweiten Märzwoche statt. Die Ergebnisse, die uns wenige Tage später vorlagen, zeigten bei vielen Kindern, die bei den Abschlusstests für die Zeit im Home Schooling oder bei den Eingangstests für diesen Term nicht so ganz gut abgeschnitten hatten, bereits deutliche Verbesserungen. Wir sind zuversichtlich, dass es unseren engagierten Lehrkräften bis zum Schuljahresende gelingt, den Kindern den Unterrichtstoff aus der Zeit der Schulschließung zu vermitteln.

> Boys´ Talk

Es war nur ein logischer und folgerichtiger Schritt, dass unser Team nach dem Beginn des Projekts „Girls‘ Talk“ auch unsere älteren und pubertierenden Schüler zu einer Gesprächsrunde einlud Das von Prossy angestoßene Projekt mit den Mädchen verläuft sehr erfolgreich und so war es an der Zeit, auch unsere heranwachsenden Jungen in den neuen Lebensabschnitt zu begleiten.

Für das erste Treffen am 3. März 2021 wurden 24 Jungen im Alter von 11 bis 15 Jahren aus den Klassenstufen P4 bis P6 ausgewählt, von denen 23 Jungen teilnahmen Unsere beiden Lehrer Jude Mwasame (Klassenlehrer P6) und Fred Watundu (Klassenlehrer P5) führten die Jungen in das Thema Pubertät und Sexualität ein.

Bereits zwei Wochen später wurde eine zweite Gruppe (A2) gegründet, um auch die älteren Jungen der P 3 mit aufnehmen zu können. In einem gemeinsamen Gespräch beider Gruppen mit den Lehrern Fred und Jude ging es zunächst nochmals darum, was Pubertät bedeutet, wie sich der Körper während der Pubertät verändert, wie wichtig Körperhygiene ist und welche Folgen es haben kann, wenn man diese vernachlässigt.
Auch das Thema Sexualität und altergerechter / verantwortungsbewusster Umgang mit dieser wurde angesprochen.
Die Jungs waren froh, ganz offen über diese Themen sprechen zu können und zeigten wie wichtig ihnen dies ist, indem sie sich das folgende Motto gaben “We stand firm to be disciplined boys in the whole country“ (Wir sind fest entschlossen, disziplinierte Jungs im ganzen Land zu sein).
Nach dieser gemeinsamen Einführung werden die Jungen in getrennten Gruppen ihres   Reifegrads entsprechend in 14-tägigem Rhythmus weiter unterrichtet.

Mit dieser Initiative wollen wir den Jungen, genau wie den Mädchen frühzeitig zeigen, dass sie mit ihren Fragen und Ängsten jederzeit auf unser Team zugehen können, bevor sie vielleicht den in diesem Zusammenhang wirklich fatalen Spruch „probieren geht über studieren“ umsetzen.

Wir werden weiter berichten und die Pat:innen der Jungen der ersten Gruppe wurden bereits individuell informiert; die der Jungen der zweiten Gruppe werden demnächst noch persönlich angeschrieben.

> Girls´ Talk
Auch die Gesprächsrunden mit den Mädchengruppen wurden im März fortgeführt. Die älteren Mädchen der Gruppe A konnten am 3. März ihre Türmatten fertigstellen und präsentierten diese stolz. Das Thema „early sex“ wurde noch einmal angesprochen und die Mädchen erklärten, was sie davon verstanden und behalten hatten. So kamen hierbei auch die folgenden Punkte erneut zur Sprache:

  • sich hilfesuchend an Eltern / Lehrkräfte / Teammitglieder wenden, wenn jemand die Mädchen belästigt, bedrängt oder gar unsittlich berührt
  • sich nicht aufreizend kleiden, da dies falsch interpretiert werden könnte
  • nicht alleine im Dunkeln oder an abegelegenen Orten unterwegs zu sein
  • keinen frühzeitigen und schon gar keinen ungeschützten Sex zu haben
  • keine Geschenke von älteren Jungen, Männern und Fremden anzunehmen
  • keine Angebote für Mitfahrgelegenheiten anzunehmen
  • Selbstrespekt zu haben und auf Eltern, Lehrkräfte und Ältere zu hören
  • nicht untätig zu sein und im Haushalt mitzuhelfen.

Das Angebot Fragen zu stellen wurde, wie immer, gut angenommen und so fragte ein Mädchen, das bis zu drei mal im Monat schmerzhafte Blutungen hat, woran dies liegen könne. Prossy erklärte, dass sich der Hormonhaushalt bei so jungen Mädchen erst noch „einpendeln“ müsse, schickte das Mädchen aber trotzdem zur Untersuchung zum Arzt, um eine medizinische Ursache ausschließen zu können. Dieses Beispiel zeigte den Mädchen, dass alle von ihren Fragen profitieren können und ermunterte sie nochmals, offen über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen.

Am 17.03. hatte die Gruppe A eine Orientierungs- und Beratungssitzung, die von unserer Verwalterin Lydia Kimono, geleitet wurde. Sie führte die Mädchen in das Thema Selbstwertgefühl ein. Ziel dieser Sitzung war es, den Mädchen zu vermitteln, wie sehr sie sich selbst schätzen und mögen können, unabhängig von ihren Lebensumständen.

Der Begriff Selbstwertgefühl wurde definiert als das Vertrauen in den eigenen Wert oder die eigenen Fähigkeiten. Vereinfacht ausgedrückt wurde den Mädchen beigebracht, dass es bedeutet, an sich selbst zu glauben, dass sie etwas besser machen und ein besserer Mensch im Leben sein können. Es wurde ihnen erklärt, dass sie ihr Selbstwertgefühl  aufbauen können, indem sie:

  • immer hoffnungsvolle Aussagen verwenden und sich selbst mit Freundlichkeit und Ermutigung behandeln, egal in welcher Situation.
  • lernen Sie, sich selbst zu verzeihen, denn jede/r macht Fehler, und sie sind kein ständiges Spiegelbild Ihrer Person
  • "sollte"- und "muss"-Aussagen vermeiden. Wenn Sie solche Aussagen unterlassen, können Sie realistischere Erwartungen an Ihr Leben haben
  • sich immer auf das Positive konzentrieren, die Mädchen wurden aufgefordert, immer an die Momente in ihrem Leben zu denken, die gut funktionieren, also an die Fähigkeiten, die sie erworben haben, um mit den herausfordernden Situationen fertig zu werden
  • bedenken, was sie bereits gelernt haben: „Wenn du dieses Mal versagst, bedeutet das nicht, dass du auch das nächste Mal versagst. Benutze das als Sprungbrett, um das zu erreichen, was du im Leben erreichen willst.“
  • eine Ermutigung für sich selbst sind. Die Mädchen wurden dazu angehalten, sich selbst immer für positive Veränderungen zu loben.
  • sich bemühen, eine neue Fähigkeit zu erlernen, die ihr Leben positiv beeinflussen kann.
  • etwas Kreatives tun.

Da nicht mehr viel Zeit zur Verfügung stand, wird Lydia dieses Thema beim nächsten Treffen fortsetzen.

Die jüngeren Mädchen der Gruppen B1 und B 2 wurden im jeweiligen Treffen am 03. März eingehend von den Lehrerinnen Hilda und Catherine über das Thema Menstruation aufgeklärt. Dies soll das Bewusstsein der Mädchen frühzeitig dafür schärfen, was sie bedeutet, wann sie einsetzt, wie lange sie dauert und welche Anzeichen es gibt, wenn die Periode einsetzt. Sie erfuhren auch, dass es für jedes junge Mädchen normal ist, seine Periode zu bekommen, und dass es, sobald ihre Periode einsetzt, leicht schwanger werden kann, wenn es sich auf frühen Sex mit einem Mann/Jungen einlässt. Auch das Thema Körperpflege wurde ausführlich erläutert und es wurde erfragt, was die Mädchen bereits über Monatshygiene wissen. Wie erwartet, war dies, wie zu Beginn schon bei der Gruppe A, nicht sehr viel und so war dies auch hier das Thema für das nächste Treffen.

Am 17.03. wurden beide Gruppen gemeinsam von Prossy und der Lehrerin Jackline informiert, welche Arten von Monatshygiene es gibt und wie sie ggf. anzuwenden sind. Den Mädchen wurde erklärt, dass wiederverwendbare Binden günstiger und weitaus umweltfreundlicher sind, als Einwegartikel und sie wurden in deren praktischen Verwendung und Reinigung instruiert. Sie erfuhren auch, dass jedes Mädchen ein Set wiederverwendbarer Binden erhält, sobald es menstruiert. Bei einigen wird dies wohl nicht mehr allzu lange dauern, weshalb wir bereits weitere Sets in Auftrag gegeben haben.

> Secondary School – oder wie geht es nach der Grundschule weiter?

In knapp zwei Jahren schließen voraussichtlich die ersten Schüler:innen die Primary School ab und viele Pat:innen fragen bereits jetzt, wie es dann für ihr Patenkind weiter geht. Um möglichst vielen unserer Kinder den Besuch einer Secondary School ermöglichen zu können, haben wir im Vorstand bereits den Bau einer solchen diskutiert und uns mit dem nötigen Unterrichtsangebot befasst.

Secondary Schools sind in der Regel „Boarding Schools“, also Internate, in denen die Kinder und Jugendlichen während des gesamten Terms wohnen und nur in den Ferien nach Hause fahren. Diese Schulen sind teuer, vor allem auch, weil zusätzlich zur oft recht hohen Schulgebühr zu Beginn viele Dinge angeschafft werden müssen. Dazu zählen - je nach Schule - neben einer Matratze, einer Bettdecke, 2 Satz Bettwäsche samt Laken, einem behandelten Moskitonetz, einer Metallkiste oder einem großen Koffer für den persönlichen Besitz, einer Bibel, Essgeschirr und Besteck, einer Waschschüssel und Seife, einem Wasserkanister, einem Bügeleisen, einer Uhr / einem Wecker und einem Taschenrechner und Geometrieset auch Dinge wie Gummistiefel, schwarze feste Schuhe, 2 Satz Kleidung (Rock + Bluse, bzw. Hose + Hemd und Socken), sämtliche Hygieneartikel und jede Menge Hefte und sonstiger Schulbedarf. Zudem sind pro Term 2 Besen und 12 große Rollen Toilettenpapier mitzubringen.

Das ist einer der Gründe, warum so viele Kinder ihre Schullaufbahn nach der Grundschule beenden müssen. Ein weiterer ist der, dass die Schulen oft weit weg sind und die Kinder Transportgeld brauchen. Uns ist klar, dass nicht nur die Erziehungberechtigten der Kinder, sondern auch einige unserer Pat:innen dies nicht werden stemmen können und deshalb ist unsere Überlegung, mittel- bis langfristig auf unserem Gelände eine Secondary School ohne boarding zu bauen. Da die Kinder zu Hause schlafen würden, würde das die Kosten von vorne herein deutlich reduzieren.

Für den Betrieb der Sekundarschule bräuchten wir allerdings wegen der Vielzahl an Unterrichtsfächern von Beginn an mehrere neue Lehrkräfte, unabhängig davon, wie viele Kinder die Schule besuchen würden. Da derzeit nicht abzusehen ist, wie viele unserer Kinder sich überhaupt mit dem Bestehen der ersten nationalen Abschlussprüfung „Primary leaving examinations“ (PLE) für den Besuch einer Secondary School qualifizieren werden können, ist eine zuverlässige Kalkulation, ob wir die dann entstehenden Kosten decken können, derzeit nicht möglich.

Obwohl wir uns das für alle unserer Kinder wünschen und wir auch alles dafür tun,  brauchen wir vermutlich mindestens 2-3 Jahrgänge an Sekundarschüler:innen, um eine Klasse bilden zu können und selbst dann könnten wir vermutlich nicht kostendeckend arbeiten. Deshalb werden weitergehende Überlegungen hinsichtlich dieses Angebots auf eigenem Terrain vorerst noch zurückgestellt.

Die ersten vier Jahre, Senior One (S1) bis Senior Four (S4), bilden die O-Level-Phase. Am Ende der S4 legen die Schüler:innen die zweite große nationale Prüfung ab, das Uganda Certificate of Education (UCE) oder einfach O-Level-Prüfungen. Grundsätzlich ist anzumerken, dass für eine gute Berufsausbildung prinzipiell mindestens der erfolgreiche Abschluss des O-Levels notwendig ist. Unsere Überlegungen gehen deshalb dahin, dass die Kinder vorerst Secondary Schools in und um Mbale besuchen sollen. Unser Office-Team wird gemeinsam mit dem Lehrer:innen-Team recherchieren/diskutieren und uns die verschiedenen Optionen darstellen. Sie werden auch einmal die Kosten bei den umliegenden Secondary Schools abfragen. Ggf. werden wir für einzelne Schüler:innen zusätzliche Bildungspat:innen suchen (müssen), um ihnen den Besuch dieser Schulen ermöglichen zu können.

Schüler:innen, die ihre O-Level-Prüfungen bestehen, können zum A-Level oder zum Higher School Certificate (HSC) übergehen. Dieses dauert zwei Jahre, S5 und S6, nach denen die Schüler:innen die Prüfungen für das Uganda Advanced Certificate of Education (UACE) ablegen, das auch einfach als A-Levels bezeichnet wird und unserem allgemeinen Abitur entspricht Alle drei jährlichen nationalen Prüfungen finden zwischen Oktober und Dezember statt.

Schüler:innen, die ihr Abitur bestanden haben, können sich für ein Studium an einer Universität entscheiden, an der sie einen Abschluss erwerben können, oder an anderen tertiären Einrichtungen, die Diplome und Zertifikate vergeben. Hier wird es richtig teuer.
Die Regierung vergibt jedes Jahr etwa 4 000 Universitätsstipendien und fördert Tausende von Student:innen an anderen Hochschuleinrichtungen. Zehntausende von Student:innen, die keine der begehrten staatlichen Stipendien erhalten, sind jedoch darauf angewiesen, dass ihre Eltern und Erziehungsberechtigten für ihre Studiengebühren und ihren Unterhalt aufkommen.

Einige tertiäre Einrichtungen, wie Grundschullehrerschulen und einige Krankenpflege-schulen, nehmen auch Student:innen auf, die nur ihr O-Level abgeschlossen haben.
Aber so weit sind wir noch lange nicht und wir möchten, wenn irgend möglich, auch den Kindern, die es nicht in die Secondary School schaffen, Möglichkeiten bieten, zumindest einen Beruf zu erlernen.

Wir orientieren uns in alle Richtungen und werden, wenn einige vordringliche Baumaßnahmen abgeschlossen sind, wohl auch in das Fundraising für den Bau einer eigenen Secondary School einsteigen.